Ernährung: Bunt durcheinander…

…war heute irgendwie unser Motto!

Zwar hangelten wir uns zuerst an einem Fragebogen zum Thema “Ernährung früher und heute” entlang, doch dann schweiften wir schnell ab. Dieses Thema lud aber auch dazu ein, Kochrezepte auszutauschen und Dinge zu besprechen, die mit dem eigentlichen Sinn unserer Gruppe, nämlich “in Erinnerungen zu klatschen”, nur noch sehr am Rande zu tun hatten.

Dennoch konnte ich einiges über Ernährung und Nahrung in der Kindheit meiner Teilnehmer erfahren.

Zum einen war da das Schlachten. Die sehr ausführlichen Kindheitserinnerungen einer Teilnehmerin daran, wie bei ihr daheim die Schweine geschlachtet wurden, mochten nicht alle. Dennoch teilten sie eine gemeinsame Erinnerung, nämlich die an die Abendmahlzeit an Schlachttagen: Wellfleisch mit Brot und Senf und hinterher einen Schnaps.

Während des Zweiten Weltkrieges durfte jede Familie nur ein Schwein pro Jahr schlachten, der Rest musste den Soldaten zur Verfügung stehen. Viele schlachteten daher bei Nacht heimlich, um ausreichend Fleisch zu haben. Diese heimlich geschlachteten Tiere waren die sogenannten “schwarzen Schweine”.

Sehr ungern dachten die Teilnehmerinnen und der Teilnehmer an die Lebensmittelkarten im und nach dem Zweiten Weltkrieg. Diese dienten dazu, die knappen Nahrungsvorräte zu rationieren und führten oft dazu, dass Familien nur sehr wenig zu essen bekamen und Hunger leiden mussten. Weitgehend vom Nahrungsmangel verschont blieb nur die Landbevölkerung, die durch eigenen Gemüseanbau und Nutztierhaltung meist besser für sich sorgen konnte.

An diverse Lieblingsspeisen konnten sich ebenfalls alle Teilnehmer erinnern. Genannt wurden zum Beispiel Arme Ritter, Leber mit Kartoffelbrei, Äpfeln und Zwiebeln - aber auch Himmel und Erde oder die nordhessische Spezialität Weckewerk. Später, in den 1960er und 1970er Jahren, traten an diese Stelle oft Mode-Essen wie Toast Hawai.

Nachdem wir uns kulinarisch durch die Kindheit der Damen und des Herren gehangelt hatten, diskutierten wir noch ein wenig über den Unterschied zur heutigen Küche. Vor allem auf Fleisch wird heute eher einmal verzichtet. Den neu aufkommenden Bioprodukten können sie ebenso wenig abgewinnen wie neumodischen “Schmeckewöhlerchen” - die meisten Teilnehmer sind sich und ihrer guten alten Hausmannskost treu geblieben.

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