“Dafür sind die Omas da.”
Isabel Carqueville am 21. Juli 2010 um 14:03Nämlich zum Verwöhnen und den Enkeln was Gutes zustecken. Das kennen viele Teilnehmerinnen von ihren eigenen Großmüttern und so sind sie selbst als Oma und Uroma.
In Unserer Sitzung zum Thema Familie haben wir festgestellt, dass die “Normalfamilie” mit Vater-Mutter-Kind nicht alle der Teilnehmerinnen kennen. Heute würde man sagen, sie sind in Patchwork-Familien aufgewachsen, damals war das einfach normal. Dabei war oft der Vater für die Teilnehmerinnen sehr wichtig und spielte sogar eine Vorbildrolle. Die Mutter war oft strenger und vergab schonmal die ein oder andere Backpfeife.
Jedes Kind hatte in der Familie seine Aufgabe. So wurde der Haushalt, der noch ohne moderne Hilfen bestellt werden musste, von allen erledigt. Durch den teilweise sehr großen Altersunterschied zwischen den Geschwistern wurde aber eher mit FreundInnen gespielt. Oft gab es unter den Geschwistern auch großen Streit in der Kindheit, im Erwachsenenleben hat man diese Probleme aber meist überwunden und ist zu einem guten Verhältnis gekommen.
Die Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg führte oft dazu, dass die ganze Familie zerstreut war. So erzählt eine Teilnehmerin, dass ihr Vater nach und nach alle Kinder wieder zu sich geholt hat. Und eine andere Teilnehmerin erinnert sich noch heute an die sehr emotionale Rückkehr des Bruders aus dem Krieg. Gerade durch die frühen Kindstode und die gefallenen Brüder war man froh um jede gute Nachricht.
Für eine Teilnehmerin war neben dem Vater eine Tante die größte Bezugsperson in der Kindheit. Dort war sie oft nachmittags und spielte. Vor allem der Wellensittich der Tante war ein lieber Spielgefährte.

